[R] Taken: Das Laicos-Projekt 1 von Erin Bowman

15. Mai 2016 |
16,99€ (Broschiert) | 352 Seiten | Band 1 von 3 | Piper | Auf Amazon/Goodreads
Die Bewohner von Claysoot nennen es den »Raub« – jenes Mysterium, das ihrem Dorf alle jungen Männer stiehlt. Gray ist einer jener Todgeweihten, doch als Einziger wehrt er sich gegen sein Schicksal. Dazu muss er jene geheimnisvolle Mauer überwinden, die Claysoot umgibt – und wird dabei in einen Kampf verwickelt, der seine Welt für immer verändert…

Ein vielversprechender Klappentext, ein cooles Cover und ein genialer Einstieg. Was wünscht sich das Leserherz mehr? Das sind doch wohl die besten Voraussetzungen für ein 5-Sterne-Buch. Das dachte ich auch, doch leider wurde ich von "Taken" zunehmends enttäuscht.
Der Einstieg war, wie gesagt, wirklich super. Ich kann nicht sagen, woran es genau lag. Ich habe mich einfach sofort mit der Geschichte wohl gefühlt und war von Beginn an mittendrin. So waren auch schnell die ersten fünfzig Seiten verschlungen. Bis Gray die Mauer hinter sich lässt, hielt dieses Gefühl auch an. Doch dann verlor die Autorin ihre tolle Idee aus den Augen und bediente sich reihenweise an typischen Dystopie-Klischees. Die Qualität der Geschichte sank zunehmends: Sie wurde unlogischer, platter und vorhersehbarer. "Taken" reihte sich mehr und mehr in die Riege von Dystopien ein, die mir nicht lange in Erinnerung bleiben. Es war wirklich schade, da das Buch doch so gut angefangen hat.
Geschrieben ist die Geschichte allerdings sehr gut. Abgesehen von ein paar Wortverdrehern in einigen wenigen Sätzen (Was aber bestimmt an der Übersetzung liegt), ließ sich die Geschichte flüssig und schnell lesen.
Spannung war ebenfalls in Hülle und Fülle vorhanden. Auch wenn ich das Gefühl hatte, die Autorin nimmt alle Dystopie-Highlights der letzten Jahre, wirft sie in einen Mixer und hat am Ende "Taken" in der Hand, war es am Ende doch so, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Oder vielleicht auch gerade deswegen?
Gray als Protagonist war mir sehr sypathisch. Überhaupt war es mal eine gelungene Abwechslung die Geschichte aus der Perspektive eines Jungen zu lesen. Obgleich er manchmal die Züge des klischeehaften Rebellen aufwies, lief er doch nicht kopflos durch die Geschichte, sondern konnte mich in einigen Momenten mit seiner klaren Denkweise überraschen. Was mich jedoch sehr gestört hat, war die sich leise anschleichende Dreiecks-Beziehung. Ich kann so etwas wirklich nicht mehr lesen und mich absolut nicht für so etwas begeistern. Besonders wenn das Ganze noch unnötig verkompliziert wird.
Die anderen Charaktere waren leider etwas blass. Oftmals habe ich Namen verwechselt, oder von einer Sekunde auf die andere vergessen von wem überhaupt die Rede ist. Erin Bowman gibt sich zwar merklich Mühe mit ihrer Charaktergestaltung, aber so wirklich geklappt hat es meiner Meinung nach nicht.
Alles in allem ist es einfach schade, dass es für "Taken" und mich so ausging. Durch den fesselnden Einstieg habe ich mehr erwartet und wurde an Ende schlicht enttäuscht von dem Verlauf der Geschichte. Nichtsdestotrotz bin ich irgendwo gespannt wie es weiter geht.

Was erwartet euch?
Experimente, Rebellen, Dreiecks-Beziehung, Lügen, Endzeit-Stimmung

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