(R) Als die Welt zum Stillstand kam von Gabi Neumayer

22. Dezember 2012 |
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Autor: Gabi Neumayer
Preis: 16,95€ (Gebunden)
Seiten: 446
Wertung: 3,5/5
Originaltitel: Als die Welt zum Stillstand kam
Verlag: Beltz & Gelberg
Band 1 von 1
Leseprobe
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Inhalt:

Die Welt im Jahr 2036: Absolute Mobilität ist Realität geworden. Frühstücken auf den Fidschis, arbeiten in Berlin, abends ein Konzert in Tel Aviv, kein Problem. Mithilfe eines weltweiten Tornetzes beamen Menschen sich in Sekunden von einem Ort zum anderen, ebenso Informationen und Ressourcen. Da geschieht plötzlich das Unfassbare: Das Netz bricht zusammen – und damit die gesamte Welt. Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt – das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun ...

Zum Buch:

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin das Buch lesen zu wollen. Ich habe es ein paar Mal im Laden gesehen, aber nicht wirklich wahrgenommen und eine Leseprobe habe ich auch nicht gelesen. Aber als ich mir dann irgendwann doch mal den Klappentext durchgelesen habe, spukte mir das Buch immer weiter im Kopf herum, bis ich einfach nicht anders konnte, als es zu lesen. 
"Als die Welt zum Stillstand kam" war in meinen Augen ein recht unscheinbares Buch, obwohl mir das Cover sehr gut gefällt. Es ist zwar nicht besonders aufwendig gestaltet, ist aber durch das Farbspiel einfach sehr schön geworden. Ich finde es vermittelt irgendwie das Gefühl von Einsamkeit und erscheint mir von der Stimmung her auch ein wenig düster...warum kann ich nicht wirklich sagen. 
Die Idee versprach mal etwas völlig neues und da ich mittlerweile ja regelrecht ein Dystopie-Fan bin, war ich sehr gespannt wie die Autorin ihre Idee mit dem Beamen umgesetzt hat.
Der Schreibstil der Autorin war schonmal sehr vielversprechend. Das Buch ließ sich locker und schnell lesen und vorallem die neuartigen Wörter machten das Lesen noch spannender. Denn in der Zukunft scheint es abgesehen von Toren zum Beamen auch ein wenig Wandel in der Sprache gegeben zu haben. Am meisten handelt es ich hier um spanische Wörter, die "cool", "geil", "Verrückter" usw. ersetzen. Auf jeden Fall hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht und obwohl ich normalerweise das Lesetempo einer toten Schnecke habe, habe ich das Gefühl diesmal nicht ganz so lange gebraucht zu haben. 
Überraschender, oder auch unüberraschender Weise gibt es in diesem Buch gleich 3 Protagonisten: Celie, Bernie und Alex. Die zwei Jungs könnten unterschiedlicher nicht sein; der eine der totale Technikfreak und der andere ein absoluter Sunnyboy. Die Dialoge der Beiden waren schon sehr amüsant und ich muss sagen vorallem Bernie ist mir ans Herz gewachsen. Bei Celie war das so eine Sache...Sie hatte nichts wirklich aufregendes an sich. Sie konnte dies und jenes immer nur mittelmäßig gut, stach in nichts besonders hervor und erschien mir einfach ein bisschen zu sehr 0815. Was auf keinen Fall heißen soll, dass sie mir nicht sympathisch war, aber eher nur auf eine "ganz nett" Weise. Alex und Bernie waren auf jeden Fall der Hammer und haben mich das eine oder andere mal wirklich zum Lachen gebracht, wordurch die Sache mit Celie auch nur halb so schlimm war.
Celies Mom, die Erfinderin der Transorqs?! (Gott segne das Glossar), also der Tore zum Beamen, stirbt relativ am Anfang des Buches, wodurch die Ganze Sache gleich ins Rollen kommt. Die Entstehung der Tore erlebt man sozusagen "live" durch ihre Tagebucheinträge mit, aber warum es diese Tore nun geben soll und was wirklich der Auslöser war, wird nicht genannt. Es geht eher darum, wie sie die UNO überredet haben, wie Celies Vater durch Depressionen Selbstmord begeht und all der ganze Kram. Ich hätte gern mehr über die Entstehung gewusst und vorallem wie so ein Tor überhaupt aussieht. Ich konnte es nur vage erahnen und es hätte mich einfach brennend interessiert.  
Auch bei den Roachys ging es mir so, da hat das Glossar im hinteren Teil des Buches auch nicht viel gebracht. "Roboter mit 4-6 Ärmchen"...ja, mhh, unter "Roboter" kann man sich nun viel vorstellen. Was andererseits vielleicht auch gar nicht so schlecht ist, da man viel Freiraum für Fantasie hatte. Mich hat es aber wirklich ein bisschen gestört und ein paar detailliertere Beschreibungen wären schon schön gewesen.  
Aber um mal zum großen Knall der Geschichte zu kommen. :p Die Welt steht buchstäblich still und durch den unerwartet gefühlvollen Schreibstil von Frau Neumayer war ich ein paar Mal sogar den Tränen nahe. (Sie lügt! Klar hat sie geweint.) 
Dadurch dass jegliche Versorgung von den Toren abhängig war sterben die Menschen rasend schnell, hauptsächlich daran, dass sie nichts zu Essen haben. Aber was mich so berührt hat war, dass die Autorin auch ihre Charaktere hat leiden lassen. Sie hat sie nie "bevorzugt", also nicht immer irgendwo einen Kanister mit Wasser auftauchen, oder zufällig einen Apfel vorbeilaufen lassen. So hat man das Leid aus nächster Nähe mitbekommen und ihr wisst gar nicht wie oft ich "Scheiße, jetzt sind sie dran!" gedacht habe, denn Gangs und Morde sind zum Alltag geworden.
Der Zusammenbruch ist wirklich schrecklich und vorallem so unglaublich autenthisch beschrieben. Was allerdings eine ganze Weile lang nicht klar war, ist, warum die Tore denn nun ausgefallen sind. Die Lösung kommt erst auf den letzten paar Seiten, wo die 3 Freunde nun endlich wieder aufeiandertreffen. Denn während dem Ausfall waren alle drei irgendwo in der Welt gestrandet. Ich finde die Lösung war nicht sonderlich spektakulär oder vollkommen anders als erwartet, doch da sieht man mal, was so ein kleiner Auslöser alles bewirken kann. Überraschenderweise taucht auch auf einmal Romantik auf und ich war überrascht, dass in dem Buch auch eine Liebegeschichte vorkommt. Wohlbemerkt nimmt sie kaum Raum im Buch ein, ist aber dennoch ganz niedlich. ;)


Fazit: 

Leider handelt es sich um einen Einzelband und ich würde gerne mehr von Celie, Alex & Co. lesen. Die Idee der Autorin war grandios, doch das Potential der Geschichte wurde noch lange nicht komplett genutzt. Charaktere, Schreibstil und vorallem die Idee haben mir gefallen, doch ich weiß einfach, dass das nicht alles war. Ich vergebe mit gutem G ewissen 3,5/5 Törtchen.


Ein großes Dankeschön an den Beltz & Gelberg Verlag!

Kommentare:

  1. Eine gut geschriebene Rezi. Ich konnte deine Bewertung gut nachvollziehen. Schade, dass es sich 'bloß' um ein Einzelband handelt.

    LG
    Lilly

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  2. Empfehlung von mir: Numbers (Band 1-3)
    Mir haben sie gefallen. Der 3.Band war nicht so toll. Es war alles zu vorhersehbar. Schade.

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