(R) Wir beide, irgendwann von Jay Asher & Carolyn Mackler

7. Oktober 2012 |
Autor: Jay Asher & Carolyn Mackler
Preis: 17,99€ (Gebunden)
Seiten: 400
Wertung: 3,5/5
Originaltitel: The Future of us
Verlag: cbt
Band 1 von 1


Inhalt:

Was wäre wenn ..., ich dich heute küsse?

Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...


Zum Buch:

http://www.wired.com/geekdad/wp-content/uploads/2011/11/FutureOfUs.jpghttp://4.bp.blogspot.com/-3GwABmbPU80/T6V_tV1rObI/AAAAAAAAA5E/x21_H_BjR7o/s1600/The+Future+of+Us.jpg So, nun mein zweiter versuch eine vernünftige Rezension zu stande zu bringen. "Wir beide, irgendwann" war ein Geburtstagsgeschenk meiner Eltern, das ich absolut nicht erwartet hatte. Ich habe auf allen möglichen Blogs von diesem Buch gehört, doch wirklich gereizt hat es mich zunächst nicht; vorallem nachdem ich das Buch "Tote Mädchen lügen nicht", nicht ganz so gut fand. Aber nach all den positiven Rezensionen habe ich es schließlich doch auf meine Wunschliste gesetzt und bekommen; und ehrlich gesagt habe ich es nicht bereut.
Es fängt schon beim Äußerlichen an: Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen, so skeptisch ich dem Buch gegenüber auch war. Die fröhlichen Farben und Anordnung der Personen passt einfach zum Buch; wenn man sich das Cover nach dem Lesen nocheinmal anschaut, kann man sogar den Verlauf der Geschichte auf dem Cover erkennen.
Das US Cover (rechts) gefällt mir genauso gut. Es erinnert mich ein bisschen an den Film "Juno" mit Ellen Page, woher das wohl wieder kommt. :) Links kann man dann noch das UK Cover sehen, das für mich absolut nicht zum Buch passt; ich würde es auch so niemals mit dem Buch in Verbindung bringen, stünde der Titel nicht darauf. Die eher düsteren Farben und die unkenntlich gemachten Personen lassen das Ganze her an einen Krimi erinnern, nicht an ein Jugendbuch und schon gar nicht an eine Liebesgeschichte.
So viel zum Cover. Beim Schreibstil sieht es überraschenderweise genauso aus. Von Jay Asher war ich durch TMln an einen eher schleppenden und seeehr detaillierten Schreibstil gewöhnt, der keine Unaufmerksamkeit zuließ. Doch hier war es ganz anders. "Wir beide, irgendwann" lässt sich sehr einfach lesen und kommt auch ohne viel Drumherum gut aus. Asher und Mackler haben sich in meinen Augen mehr mit den Charakteren als mit der Umgebung beschäftigt, was an dem kaum vorhandenen Szeneriewechsel deutlich wird; was dem Buch aber auch keinen Abbruch getan hat. Handeln tut das Buch hauptsächlich bei Emma zu Hause, dann natürlich in der Schule und GoodTimez Pizza. Zwischendurch gibt es natürlich noch kurze Ausflüge an andere Orte, aber diese sind die Zentralen, an denen das Geschehen hauptsächlich stattfindet.
Aber umso besser sind die Charaktere gelungen. Josh und Emma haben auf mich von Anfang an einen sehr sympathischen Eindruck gemacht, was aber mit der Zeit wieder ein wenig abschwächte, zumindest was Emma anging. Sie war mir zwar sympathisch, aber ihre teilweise sehr starke Unentschlossenheit und ihr mangelndes Durchsetzungsvermögen haben mich manchmal wirklich verzweifeln lassen. So war ich teilweise etwas genervt von ihr, was durch Josh allerdings wieder ausgeglichen wurde. Einen besseren Protagonisten als Josh hätte ich mir wirklich nicht vorstellen können. Er ist lustig und durch seine verplante Art auch irgendwo wieder süß; er wusste immer genau was er will, ohne ein großes Gewese um sich selbst zu machen und ich denke genau das hat mir an ihm so gefallen. Im Gegensatz zu Emma, die ja nun nicht wusste wo ihr der Kopf steht, was man an ihrem Facebookprofil auch erkennen konnte, war Josh ein richtiger Ruhepol, der natürlich auch seine verwirrten Minuten hatte, grundsätzlich aber genauste Ziele hatte. (Siehe Facebookprofil) :D
Allgemein ist Facebook ja schon ein sehr breit gefächertes Thema: Sollte man es verbieten? Warum nicht? Internetmobbing, unsichere Verwaltung der Daten, usw....
Als Emma nun ihr zukünftiges Profil entdeckt scheint ihre Zukunft wie im Inhalt beschrieben nicht ganz so wie sie sich es erhofft hatte. Unglücklich verheiratet, kein Traumjob und allgemein nicht das Leben, das sie gewollt hat. Bei Josh sieht das Alles schon anders aus: Er heiratet das Mädchen, nach dem sich alle Jungs umdrehen, ergattert seinen Traumjob, hat das absolute Traumhaus und seine Traumkinder.
Die eh schon angeknackste Freundschaft von Josh und Emma wird durch Facebook noch brüchiger und als Emma beginnt ihre Zukunft bewusst zu verändern entsteht eine große Kluft zwischen den Beiden, da Emma durch ihre Änderungen Joshs Zukunft ebenfalls beeinflusst; zwar nur minimal, aber schon spürbar. Sie ist so darauf fixiert nicht in ihr Unglück zu laufen, dass sie nur noch an sich selbst denkt, und ich weiß nicht ob es ihr egal war oder sie es einfach nur nicht merkte, dadurch das zukünftige Leben ihrer Freunde beeinflusst. Irgendwann beginnt sie sogar die Zukunft ihrer besten Freundin zu steuern, versucht es zumindest; ich für meinen Teil hoffe, dass sie es nicht geschafft hat, denn Kellan wirkte in ihrem späteren Leben sehr glücklich. Emma tut also nur das was ihr gerade in den Kram passt und versteht gar nicht, dass diese Leute vielleicht glücklich mit ihrem Leben sind, egal wie es ist.
Allgemein habe ich Emmas Meinungen selten zugestimmt und das war wahrscheinlich auch der Knackpunkt warum das Buch bei mir nicht so gut abgeschnitten hat, wie es vielleicht gekonnt hätte.


Fazit:

Ich muss zugeben, dass ich sehr positiv überrascht war und nach dem relativ offenen Ende auf ein "15 Jahre später" hoffe. Ich möchte zumindest sehen wie es mit Kellan und (Spoiler: Einfach markieren) ihrem Baby ausgegangen ist. Dann wollen natürlich alle wissen wie es zwischen Emma und Josh läuft; das Ende war ja vorherzusehen, aber zu wissen ob sie auch nach 15 Jahren noch zusammen sind oder nicht wäre schon schön. Ach..es gibt eine ganze Menge, die mich interessiert, da wäre ein kleiner Blick in die endgültige Zukunft schon ganz lustig.
So oder so bekommt "Wir beide, irgendwann" von mir 3,5/5 Törtchen.

Kommentare:

  1. Aber ich glaube eine Fortsetzung wird es nicht geben, oder?

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    1. Denke eher nicht, Sarah hat da schon recht. :)

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  2. Ich habe das Buch gestern abend ausgelesen. Der Blick in die Zukunft hat mir jetzt nicht gefehlt. Wäre auch irgendwie komisch gewesen, finde ich, wo die Aussage des Romans doch ist, dass man in der Gegenwart leben sollte, anstatt zu versuchen, die Zukunft zu beeinflussen...

    Ich fand "Wir beide irgendwann" aber leider viel zu vorhersehbar und auch ohne wirkliche Spannung. Ich hatte mir von der Idee deutlich mehr erwartet.

    LG

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  3. Hallo Lisa ;-)
    Vielen Dank! Das Buch ist bei mir eingetroffen. Ich habe mich gefreut wie doof ;-)
    Auf deinen süßen Brief werde ich dir auch noch antworten.

    Liebste Grüße aus Berlin
    Chrissy

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    1. Hey,
      freut mich wenns endlich da ist! :) Hat ja doch ein bisschen gedauert.

      Ganz liebe Grüße.

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  4. Hey das habe ich heute auf meine Wunschliste gesetzt^^
    Ich denke jetz wo du eine ganz positive Rezi geschrieben hast werd ichs mir mal holen gehn :3 Danke und schön weiter bloggen ;)
    GlG Alli <3

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  5. Immerhin dürften an diesem Buch sowohl Jungen als auch Mädchen Gefallen finden, wenn sie nicht gerade einen actiongeladenen Roman erwarten.

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