(R) Ice- Hüter des Nordens von Sarah Beth Durst

9. August 2012 |
Autor: Sarah Beth Durst
Preis: 12,99€ (Broschiert)
Seiten: 307
Wertung: 3/5
Originaltitel: Ice
Verlag: Egmont LYX
Band 1 von 1

Inhalt:

Die junge Cassie lebt mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation in der Arktis. Ihre Mutter ist angeblich bei ihrer Geburt gestorben, doch Cassie wächst mit rätselhaften Geschichten über ihren Tod auf. Kurz vor Cassies achtzehntem Geburtstag kommt es zu einer merkwürdigen Begebenheit: Cassie trifft auf einen Eisbären, der zu ihr spricht und ihr berichtet, dass die alten Legenden wahr sind. Ihre Mutter ist noch am Leben und wird in der Festung der Trolle gefangen gehalten. Doch um sie zu befreien, muss Cassie den Eisbären heiraten, der sich des Nachts in einen Menschen verwandelt. Zwischen Cassie und dem magischen Wesen entwickelt sich eine zarte Liebe, die jedoch von einem geheimnisvollen Fluch bedroht wird. 


Zum Buch:

Auf "Ice" hatte ich es schon eine ganze Weile abgesehen und hatte dementsprechend auch hohe Erwartungen, die leider, nur teilweise erfüllt wurden.
Das deutsche Cover hat mir von Anfang an gefallen, doch als ich das Original gesehen habe kam mir unseres doch ein wenig überladen vor. Im Endeffekt gefällt mir das Deutsche schon sehr, kommt aber gegen das Original einfach nicht an. Cassie und Bär, der Eisbär, werden durch den schlichten Hintergrund einfach wunderbar hervorgehoben; es gibt ein zentrales Bild. Das gibt es zwar im deutschen Cover auch, aber dann doch nicht so schön wie im Original. Die Titelgestaltung gefällt mir bei beiden sehr gut; jeweils sehr dem Cover angepasst.
Beim Cover habe ich eine sehr klare Meinung, beim Schreibstil bin ich aber hin- und hergerissen. Mal habe ich das Buch nur so verschlungen und den Witz, den die Autorin gekonnt mit eingebracht hat unglaublich genossen. Dann wieder gab es einige Längen, die mich einfach nur gestört haben und deren Handlung mich keineswegs berühren konnte. Auch sonst ist die Autorin eher auf die Handlung konzentriert als sich mit den Gefühlen der Charaktere zu beschäftigen. Natürlich teilt sie uns mit was die Charaktere fühlen, aber dann doch sehr abgehackt und weniger wortgewandt.
Allerdings ist Cassie eine sehr amüsante Protagonistin, die einfach etwas anziehendes an sich hat. Auf der einen Seite ist sie nicht wirklich besonders, aber andererseits zeigt sie in einigen Situationen so viel Biss und Charakterstärke, dass ich wirklich überrascht war. Alles ins Allem ist sie sehr willensstark und kann sogar in heiklen Momenten einen kühlen Kopf bewahren. Allerdings sah sie den Wald, im wahrsten Sinne des Wortes, vor lauter Bäumen nicht. Einige Male hat sie wirklich gebraucht um zu verstehen was sie nun tun muss, oder wie sie aus dieser Situation wieder herauskommt, während ich schon eine Ahnung hatte. Man kann Cassie durchaus als grundsätzlich sympathischen Charakter mit einigen positiven, aber auch ebenso negativen Eigenschaften bezeichnen.
Andere Charaktere, ja, gibt es kaum. Natürlich ist da der Eisbär, der keinen anderen Namen als "Bär" trägt. Seine Beziehung zu Cassie wird im Verlauf des Buches wunderschön, doch am Anfang war ich dem Hüter der Seelen gegenüber mehr als skeptisch. Er redet sehr formell, ist jedoch keineswegs ein Gentleman, zumindest was sein anfängliches Verhalten betrifft.
Die Beziehung, die sie irgendwann zueinander haben sieht wie eine tiefe Freundschaft aus und entwickelt sich erst später in eine andere Richtung. Um Romantik wird wenig Wind gemacht, obwohl die beiden mit der Zeit wirklich aneinander hängen. Doch dass sie sich wirklich Gedanken um die Liebe gemacht haben gab es nicht. Für sie gehörten sie einfach zusammen, waren eine kleine Familie, das war´s.
Die Grundidee ist meiner Meinung nach relativ schwach eingebracht. Die Autorin hat leider nur den Kernpunkt ausgearbeitet und auf jegliche Nebenstränge verzichtet. Auch die Orte bleiben immer gleich; insgesamt gibt es nur 4, an denen die Handlung für längere Zeit stattfindet; alle fernab jeglicher Zivilisation. Ich glaube das war es, was mich im Hinterkopf auch immer gestört hat. Irgendwann hatte ich selbst das Gefühl verloren zu sein, man trifft in dem Buch nie auf mehrere Menschen gleichzeitig.
Leider wurde es deshalb auch schnell langweilig, allein die schnell aufeinander folgenden Handlungen konnten mich dazu bewegen weiterzulesen. Sie sind wie Perlen an einer Kette, folgen alle kurz aufeinander, haben aber nie wirkliche Übergänge.
Als ein Ereignis, um das ein so großer Wirbel gemacht wurde und seitenlange Planung nötig war, eintritt, dauert es gerade mal 10 Sätze lang und ist völlig unspektakulär. So ging es mir einige Male, die Autorin konnte mich mit ihren Beschreibungen wenig berühren. Mal mehr, mal weniger, aber nie so wirklich dass ich mich in einen Charakter vollkommen hineinversetzen konnte; allein bei Cassie gab es ein paar Momente.
Die Idee mit dem Nordwind, den Eisbären und den anderen Seelenhütern hat mir sehr gut gefallen. Leider wurde diese kaum ausgeweitet und dabei war der Ansatz doch so gut. Jetzt, nach dem Lesen habe ich das Gefühl nur die Einleitung hinter mir zu haben, das Gefühl dass der Inhalt noch kommt.
Ich würde mir wünschen, dass es noch einen zweiten Teil gibt, da die Grundidee einfach genial und so schön anders war. Die Autorin könnte sie weiter ins Detail bearbeiten und vorallem das Ende hat Potential zu einem Nachfolger.


Fazit:

Ein nettes Buch für zwischendurch. Zwar nichts besonderes am Bücherhimmel, jedoch ein Stern für sich. Ein zweiter Teil würde mich freuen, da es schön zu wissen wäre wie es mit Cassie, Bär und ihrer kleinen Abby weitergeht. Alles in Allem waren gute Ansätze da, die oftmals nur schwach ausgearbeitet wurden. Für den guten Willen und für eine im Endeffekt durchschnittliche Geschichte gibt es von mir knappe 3 Törtchen.



Ein großes Dankeschön an den Egmont LYX Verlag!

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezi! Toll geschrieben. Mir gefällt die Idee des Buches und ich werde es auch lesen. :)

    LG
    Lilly

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