10. Mai 2012 |
(Rezension) Julia für immer von Stacey Jay


Autor: Stacey Jay
Preis: 17,99€ (Gebunden)
Seiten: 344
Wertung: 3,5/5
Originaltitel: Juliet Immortal
Verlag: Egmont INK
Band 1 von 2


Inhalt:

Was ist wirklich geschehen, damals in Verona, im Schicksalsjahr 1304? Romeo und Julia sind nicht im Namen der Liebe gestorben. Nein, Romeo hat Julia ermordet, um selbst Unsterblichkeit zu erlangen. Als Söldner der Apokalypse verhindert er seit 700 Jahren, dass Liebende zueinander finden. Doch auch Julia ist in Wahrheit unsterblich geworden und kämpft auf der Seite der Botschafter des Lichts für die wahre Liebe. Als erbitterte Feinde kämpfen sie in verschiedenen Körpern für ihre jeweilige Mission. Jahrhunderte später erwacht Julia im Körper des Mädchens Ariel. Auf der Suche nach deren Seelenverwandten trifft sie zu ihrem großen Entsetzen zum ersten Mal auf Romeo selbst. Dies könnte ihr letzter Kampf werden. Es sei denn, die Liebe holt die beiden wieder ein, wenn auch anders als jemals vorstellbar ...


Zum Buch:

Mhh...eine völlig neuartige Version von Romeo und Julia. Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut und war auf pure Romantik und Spannung gefasst. Beides habe ich bekommen, wenn auch anders als gedacht.
Vom Cover blickt uns mal wieder ein nettes Mädchen entgegen, doch durch die verschiedenen Rottöne und Verschnörkelungen hat das Cover trotzdem etwas Schönes. Ich persönlich hätte für den Titel eine andere Schriftart verwendet, diese sieht irgendwie ausgefranst aus.
Stacey Jays Schreibstil geht wahrlich unter die Haut. Vorallem bei den romantischen Szenen hat sie sich richtig ins Zeug gelegt, sodass pure Gefühle in der Luft lagen. Aber auch sonst hat sie es geschafft mich von der ersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen, die mich von da an nicht mehr losließ.
Leider wird sie zum Ende hin ein wenig schwammig und es schleichen sich ein paar Logikfehler ein, die aber nicht sonderlich gravierend waren, aber trotzdem vorhanden waren. Da die Geschichte zunehmend komplizierter und verwirrender wurde, musste es echt eine Kunst sein den Leser nicht verzweifeln zulassen bei den vielen Lügen, Wahrheiten, Flüchen usw. Leider hat sie das nur zur Hälfte geschafft und deshalb stehe ich was die Handlung betrifft teilweise noch im Dunkeln.
Eine bessere Protagonistin als Ariel/Julia hätte dieses Buch nicht haben können. Keine Nörgelei, kein kleinmädchen Getue und vorallem keine Selbstsucht. Das sind die Punkte, die einen Charakter für mich unerträglich machen. Julia zeigte keine dieser Verhaltensweisen und hatte trotzdem ihre Schwächen. Sie hasst sich selbst viel zu sehr um sich um ihr eigenes Glück zu kümmern. Man könnte denken, dass dieses Verhalten mit der Zeit anstrengend wurde, doch die Autorin schürte eher Mitleid.
Romeo hingegen hat alles verkörpert was ich ein Arschloch nennen würde. Er ist selbstgerecht, ein Lügner, aggressiv und tut alles um Julia das Leben zur Hölle zu lassen. Ich für meinen Teil hätte ihn in der Hölle schmoren lassen. So sieht die Beziehung zwischen Romeo und Julia während des gesamten Buches aus; sie hassen sich abgrundtief.
Die Geschichte hat mich mehr als neugierig gemacht. Eine Welt in der Romeo und Julia nicht die zwei Menschen sind, die sich mehr geliebt haben als es eigentlich möglich ist, konnte ich mir nicht vorstellen. In Stacey Jays Version hat Romeo Julia in ihrer Hochzeitnacht ermordet um die Unsterblichkeit zu erlangen. Gleichzeitig hat er sich der Sache der Söldner verschrieben, die als ruhelose Geister in die Körper anderer Menschen schlüpfen um die sich Liebenden dazu zu bringen ihren Partner zu töten und sich den Söldnern anzuschließen. Das wäre die Sache der Söldner.
Julia ist in Wirklichkeit nicht gestorben sondern ist der Seite des Lichts beigetreten, was für ein Wunder. Sie ist nun eine Botschafterin des Lichts und ihre Seele lebt im ewigen Nebel. Genau wie Romeo schlüpft sie in die Körper der Menschen und soll so die wahre Liebe schützen, indem sie zwei Menschen dazu bringt sich ineinander zu verlieben. Doch um das Gleichgewicht zu halten werden Romeo und Julia gleichzeitig auf die Erde geschickt und jedes Mal wird es ein Kampf und jedesmal gibt es einen Verlierer der ohne neue Diener zurückkommt..
So das wäre der Grundstein der Geschichte. Die Idee fand ich super, doch ich hatte keine Ahnung wohin sie führt.
Diesmal schlüpft Julia in den Körper von Ariel, einem 18 Jahre alten Mädchen, dessen Leben nur aus Kummer und Trauer besteht.
Doch bei diesem Einsatz ist etwas anders: Julia verliebt sich selbst und anstatt sich wie Ariel zu benehmen ergreift sie immer mehr Besitz von Ariels Körper und bandelt mit Ben an, er sich unsterblich in Julia verliebt. Diese Liebesgeschichte ist so wunderschön und schrecklich zugleich, einfach dramatisch. Und ich muss sagen dass Ben und Julia einfach wunderbar zueinander gepasst haben und ich wirklich froh bin dass Romeo im Endeffekt keine Chance mehr hatte.
Bis dahin war die Geschichte unvorhersehbar, übersichtlich, spannend, romantisch und von wunderbaren Charakteren geprägt (Romeo, so abscheulich wie ich ihn fand, gehört ebenfalls dazu). Doch gen Ende wurde es immer verwirrender und ich habe schnell den Überblick verloren. Wer ist nun böse, wer gut? Was ist der eigentliche Sinn und warum ist das jetzt so? Das habe ich mich oft gefragt, jedoch immernoch auf Erklärungen gehofft. Teilweise wurde Licht ins Dunkel gebracht, doch ein großer Teil blieb mir unerklärlich.
An dieser Stelle würde ich gern von einem wunderschönen Happy End reden. Doch dieses Ende war einfach nur schrecklich, schrecklich, schrecklich. Ich könnte mich so wahnsinnig aufregen! Außerdem schleicht sich ein richtig böser Logikfehler ein, auf dem das komplette Ende basiert. Da frage ich mich, ob die Autorin wusste wie sie die Geschichte enden lassen wollte. Also dieses Ende ist eines der schlechtesten die es geben kann. Ob es nun ein trauriges oder schönes Ende ist, jedes Ende kann dem Leser auf seine Art gefallen. Doch dieses war einfach nur undruchdacht und unspektakulär, nichteinmal der Cliffhanger ist gelungen.


Fazit:

Eine wundervolle Liebesgeschichte mit faszinierenden Charakteren, die mir ans Herz gewachsen sind. Vorallem Ben und Julia. Das Ende hat die Geschichte aber gründlich versaut, so sehr dass "Julia für immer" ein halbes Törtchen lassen muss. Insgesamt werden es aber 3,5/5 Eistörtchen und ich hoffe in "Romeo für immer" mehr Klarheit zu finden.


Die Reihe:

Band 1: Julia für immer
Band 2: Romeo für immer (Oktober 2012)

Ein großes Dankeschön an den Egmont INK Verlag!

Kommentare:

  1. Sehr schöne Rezension! Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste!

    Liebe Grüße

    Steffi

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  2. Ich will mir das Buch auch kaufen. Nur ich weiß noch nicht auf englisch oder deutsch? Weil das englische Cover ist Wunderschön;) Soviel zu äussere Werte;) hihi
    Gut gemacht;)

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