18. April 2012 |
(Rezension) In Liebe, Brooklyn by Lisa Schroeder


Autor: Lisa Schroeder
Preis: 13,95€ (Gebunden)
Seiten: 429
Wertung: 5/5
Originaltitel: Chasing Brooklyn
Verlag: Loewe
Band 1 von 1


Inhalt:

Lieber Lucca,
ich vermisse dich.
Ich vermisse deine Augen und
die Liebe darin.
Ich vermisse deine Arme um mich.
Ich vermisse, wie geborgen
ich mich gefühlt habe bei dir.
Ich vermisse dich, Lucca.
Ich werde dich vermissen,
mein Leben lang.
In Liebe,
Brooklyn 


Zum Buch:

Ich muss erstmal die richtigen Worte für dieses Buch finden, denn für ein so kleines Format war der Inhalt doch sehr bewegend. Die Geschichte hat mich während des Lesens manchmal mit einer Traurigkeit erfüllt, dass ich sogar ein paar Tränchen drücken musste.
Außerdem ist der Schreibstil der Autorin so ergreifend, dass ich den Schmerz der beiden Protagonisten regelrecht spüren konnte. Diese Gefühle wurden zusätzlich von der Art des Buches untermauert. Das Buch birgt keinen geschlossenen Text, sondern ist in Form von Gedanken, Tagebucheinträgen, Briefen und all so etwas verfasst, was dem Leser einen sehr tiefen Einblick in die Privatsphäre von Brooklyn und Nico gewährt hat.
Brooklyn ist seit dem Tod ihrer großen Liebe Lucca vollkommen am Boden zerstört, mir kam es vor als würde sie gar nicht richtig leben. Sie lässt den Leser an ihrer Sehnsucht und ihren Gedanken teilhaben, was geradezu erdrückend war. Brooklyn ist auf sich allein gestellt, niemand versucht ihr wirklich zu helfen und außer dem typischen "Geht´s dir gut?", was ihr schon zum Hals raushängt, bekommt sie nichts zu hören. Als dann auch noch Luccas Freunde Gabe, der am Todesabend den verunglückten Wagen gefahren hat, Selbstmord begeht, bricht Brooklyns Welt endgültig zusammen und es ist ein ewiger Kreislauf aus Schmerz, Kummer, Verlust und Trauer.
Dann ist da noch Nico Luccas älterer Bruder. Für ihn gibt es nur eines das ihm hilft nicht den Verstand zu verlieren: Laufen. Auch seine Gedanken sind verständlich und auch der zusätzliche Druck als zweitliebster Sohn lässt auch nach dem Tod seines Bruders nicht von ihm ab. Nico kennt Brooklyn nicht wirklich, für ihn ist sie nur die wunderhübsche Freundin seines Bruders, die mit dem Schmerz äußerlich ganz gut zurechtkommt. Das denkt er zumindest. Als sein Bruder im Nachrichten in Form von Post-it´s, Träumen, Worten auf Spiegeln und Fenstern Nachrichten aus dem Jenseits überbringt, beginnt Nico zu erraten was Lucca von ihm will, denn in jeder Nachricht steht oftmals dasselbe: Hilf Brooklyn!
Leichter gesagt als getan, denn Brooklyn hat inzwischen keinen Bezug mehr zu sich selbst und ihrer Umwelt und für Nico ist es eine echte Bewährung an sie heranzukommen.
Brooklyn wird von Albträumen geplagt in denen sie von Gabe verfolgt wird und die mir teilweise ebenfalls einen Schauer über den Rücken gejagt haben. Oftmals waren diese Träume der reinste Psychohorror und ich konnte gut verstehen, dass Brooklyn sich gefühlt hat wie eine Verrückte.
Zwischen Nico und ihr ist es ein ewiges Auf und Ab. Lucca gibt keine Ruhe und treibt seinen Bruder mit seinen Nachrichten in den Wahnsinn und dieser weiß nicht mehr was er sonst noch tun soll. Erst als es zwischen den Beiden auf eine romantische Ebene geht scheint Lucca das erreicht zu haben was er wollte und auch Gabe lässt Brooklyn endlich in Frieden. Ich weiß nicht was ich mir eher gewünscht habe, dass Brooklyn und Nico beide wieder Freude am Leben haben und ihrer Wege gehen, oder dass sie zueinander finden und sich gegenseitig Trost spenden und aufhelfen. Ich denke ich hätte mich für ersteres entschieden, da es mir irgendwie falsch vorgekommen wäre wenn Brooklyn sich in den Bruder ihres verstorbenen Freundes verliebt.
Die Autorin hat die Geschichte wirklich authentisch rüberkommen lassen und ich habe das Gefühl, dass sie weiß wie sie den Schmerz beschreiben muss um den Lesern dieses Gefühl nahebringen zu können. Hoffen wir dass sie so etwas nicht am eigenen Leib erfahren musste.

Parallel zu diesem Buch existiert noch ein Weiteres ( I heart you, you haunt me) welches sich mit der Geschichte von Ava befasst, welche ihren Freund Jackson kurz vor Brooklyn beerdigen musste. In Brooklyns Geschichte taucht Ava jedoch nur sehr kurz auf.


Fazit:

Ein Buch welches den Leser nicht loslässt und mich mit seiner ungewöhnlichen Art vollkommen fesseln konnte. Mit dem Ende bin ich nicht sonderlich zufrieden, doch es lässt die Story nicht unecht erscheinen, deshalb sehe ich einfach drüber hinweg. :)



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