22. April 2012 |
(Rezension) Black Rabbit Summer von Kevin Brooks


Autor: Kevin Brooks
Preis: 9,95€ (Taschenbuch)
Seiten: 576
Wertung: 3/5
Originaltitel: Black Rabbit Summer
Verlag: dtv
Band 1 von 1


Inhalt:

Nach dem Ende der Schulzeit trifft sich Petes alte Clique, um ein letztes Mal gemeinsam zu feiern, bevor alle getrennte Wege gehen. Von Anfang an ist klar, dass dieser heiße Sommerabend übel enden wird. Und tatsächlich gibt es am Ende zwei Vermisste: Raymond, Petes ängstlicher Freund, der nie so richtig dazugehörte, und Stella, eine frühere Klassenkameradin. Als wenig später Stellas Leiche nackt im Fluss gefunden wird, fällt der Verdacht auf den abwesenden Raymond. Und auch Pete selbst, der auf eigene Faust ermittelt, gerät ins Visier der Polizei…


Zum Buch:

"Black Rabbit Summer" ist so ein Buch, dass mich zum Nachdenken anregt. Es bezieht so ziemlich alle Aspekte mit ein über die sich ein Jugendlicher in diesem Alter Gedanken macht. Es ist ziemlich bedrückend zu wissen zu welchen absurden und brutalen Handlungen derartige Gedanken führen können.
Das Äußere des Buches gibt nicht wirklich viel her, passt aber mit seinem simplen Aussehen sehr gut zum Buch- der verschwommene Junge, der wahrscheinlich Protagonist Pete darstellen soll und die Farbexplosionen im Hintergrund. Gut, da haben wir schon wieder ein Menschengesicht, aber mittlerweile brauche ich das gar nicht mehr zu sagen, da auf fast jedem Cover eines zu sehen ist. :) Der Titel ist in meinen Augen erschreckend passend und ich bin froh dass sie ihn in der deutschen Version beibehalten haben.
Der Schreibstil des Autors war ganz in Ordnung. Oftmals hat er versucht ein wenig Poesie unter die Story zu mischen, was ein wenig fehl am Platz wirkte, immerhin handelt es sich bei dem Buch um einen Jugendkrimi bzw. Thriller. Seine Beschreibungen von Schauplätzen waren mir oftmals ungenau und wenn Pete sich nach Links in Richtung Heimat gewandt hat, war in meinen Augen dort der Fluss. Auch die Charaktere waren kaum beschrieben, sodass ich keine Ahnung hatte wer nun eigentlich wie aussieht. Noch nicht einmal von Pete hatte ich ein ungefähres Bild, was mich ziemlich gestört hat. Auch sonst wusste ich kaum etwas über ihn, was seine Hobbys sind, allgemeine Hintergrundinfos, was für ein Typ er ist; nichts.

Am Anfang schien die Geschichte in keine bestimmte Richtung zu gehen. Pete wird auf eine Party eingeladen, um der alte Zeiten willen. Auf der Feier wird ordentlich getrunken und gekifft, bis alle sich kaum noch auf den Beinen halten können. Später ging es noch auf die Kirmes, wo der Horror dann seinen Lauf nahm: Petes Freund Raymond verschwindet und auch von Popsternchen und Dramaqueen Stella fehlt plötzlich jede Spur. Zuerst versucht Pete Raymond auf der Kirmes zu finden, was ich durchaus verständlich fand. Raymond löst bei Pete einen totalen Beschützerinstinkt aus, was durch sein abwesendes Verhalten, seine Hilflosigkeit und die Tatsache dass er andauernd Anlaufziel von irgendwelchen Mobbingattacken ist auch bei mir etwas derartiges ausgelöst hätte. Er ist so jemand der kein behütetes Zuhause hat und zu seinem Kaninchen "Black Rabbit" eine stärkere Bindung hat als zu seinen Eltern.
Doch Raymond bleibt wie Stella spurlos verschwunden und während Stellas Eltern die Polizei alarmiert und diese Fieberhaft nach dem Mädchen sucht, kümmert sich niemand um Raymond außer Pete. Er beginnt auf eigene Faust nach seinem Freund zu suchen und findet heraus was in jener Nacht wirklich auf der Kirmes geschah, während die Polizei im Dunkeln tappt.
Die Wahrheit war schockierend und widerlich zugleich, obwohl alles mit einem ganz einfachen Streich begonnen hatte. Doch die Geheimnisse der einzelnen Charaktere haben diese grausame Dinge tun lassen, nur damit sie ihre eigene Haut retten konnten; nur dass sie in den Augen Anderer nicht an Glaubhaftigkeit verlieren.
Das absurde daran war, dass es mittlerweile nicht mehr um Raymond oder Pete ging, der im Großen und Ganzen nichts mit den Geschehnissen zu tun hatte, sondern die Ereignisse ein viel größeres Ausmaß annahmen und die Situation den Jugendlichen über den Kopf stieg. Mich hat es teilweise wirklich irritiert, dass der eigentliche Teil verloren ging und Raymond vollkommen in den Hintergrund gewandert ist.

Alles führte zu Stellas Verschwinden und jeder Charakter spielte irgendeine Rolle dabei, doch es gab keine Verbinungen zu Raymond. Nichts wurde in Bezug auf ihn aufgeklärt und ich wurde in dieser Hinsicht komplett im Dunkeln stehen gelassen. Im Grunde genommen, hätte man Raymond auch ganz aus dem Buch weglassen können, denn die Mutmaßungen der Polizei er könnte "angesichts seines geistigen Zustandes" etwas mit Stellas Verschwinden zu tun haben, gaben dem Buch nichts Ausschlaggebendes. Und doch war Raymond die einzige Person, über die ich gern mehr gelesen hätte.


Fazit:

Ein ganz gut gelungener Jugendthriller bei dem mir die Charaktere allerdings ein wenig zu nichtssagend waren. Die Story an sich kann sich sehen lassen und deshalb bekommt "Black Rabbit Summer" von mir 3/5 Eistörtchen. Ein wenig Abzug gibt es, da mir das Ende persönlich zu offen war und ich mir wenigstens eine ungefähre Richtung in Bezug auf Raymond gewünscht hätte. Doch nicht in jedem Buch gibt es ein Happy End.

  
Ein großes Dankeschön an den dtv Verlag!

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